
Pastor Silvio MeinkeZusammenfassung des Vortrags von Pastor Silvio Meincke, gehalten am 24. Mai in unserer Kirchengemeinde:
- Die Nachfrage nach Treibstoff steigt andauernd.
- Die Reserven von fossilen Kraftstoffquellen sind begrenzt und ihr Verbrauch erreicht bald den Produktionshöhepunkt, wenn er ihn nicht schon erreicht hat.
- Die Preise der fossilen Kraftstoffe steigen drastisch.
- Fossile Treibstoffe belasten die Umwelt und zerstören sie.
- Innerhalb dieser Konjunktur steigt die Suche nach alternativen Treibstoffquellen.
- Agrotreibstoffe erweisen sich als Alternative für einen Teil der Kraftstoffbedürfnisse
- Wegen der großen Biodiversität und der großen Landflächen hat Brasilien die Möglichkeit, einen großen Teil der gefragten Agrotreibstoffe zu liefern.
- Es ist zu unterscheiden zwischen Ethanol, Agrodiesel und Agrogas.
- Einfache Antworten gibt es nicht, und Ja- und Nein-Antworten sollte man vermeiden.
- Das brasilianische Agrodieselprogramm ist ein intelligentes Modell für eine sozial und ökologisch nachhaltige Wirtschaft.
- Die brasilianische Ethanolproduktion aus Zuckerrohr stellt uns vor schwierige Fragen, weil der größte Teil in Monokultursystemen auf Großgrundplantagen betrieben wird.
- Größere Gefährdung für den Regenwald und sozial genauso problematisch sind Soja- und Schnellholzplanagen sowie Rinderweiden.
- Die gegenwärtige brasilianische Regierung kann der neoliberalen Wirtschaftslogik nur einen begrenzten Widerstand leisten.
- Für diesen Widerstand braucht sie die Unterstützung der entwickelten Länder, ohne die sie dem Druck des Kapitals nicht widerstehen kann.
- Lula da Silva steht zwischen zwei Fronten: einerseits will er die Natur schützen, aber andererseits will er den Boom der Agrotreibstoffe nutzen, um Wachstum zu schaffen.
- Ganz wichtig ist der Druck der organisierten Zivilgesellschaft.
- Eine radikale Ablehnung der Energiepflanzen ist keine gute Entscheidung, denn sie wird erstens keinen Erfolg haben und zweitens wird sie die Möglichkeit eines nachhaltigen Anbaus nicht berücksichtigen.
- Selbst wenn Brasilien alle Agrotreibstoff-Produktionsmöglichkeiten in Kraft setzen würde, könnte das Land nur höchstens 10% der heutigen weltweiten Bedürfnisse des konventionellen Transportmodells versorgen.
- Sinnvoll sind die Agrokraftstoffe nur dann, wenn sie ökologisch nachhaltig, sozial integrationsfördernd und wirtschaftlich rentabel sind, ohne Nahrungsmittelfelder zu ersetzen, und wenn die Bilanz zwischen Energieeinsatz und Energieproduktion Sinn macht.
- Wünschenswert wäre die Auflegung einer staatlichen Zertifizierung mit dem Einverständnis und der Unterstützung der Einfuhrländer und des großen Handels, nicht nur für Ethanol, sondern auch für alle anderen Produkte, die aus den Entwicklungs- und Schwellenländern kommen; eine Zertifizierung, die sowohl die soziale als auch die ökologische Nachhaltigkeit und den fairen Handel nachweist.
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