Nachrichten

Hier die ersten Bilder des Testlaufs des Projekts "Zeichen setzen", zum 30jährigen Jubiläums der Wiedereinweihung der Apostelkirche.
Eingestellt am: 13.04.2012

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Gottesdienste

20.05.12 10:00 Uhr: Familienkirche, Pastorin Casonato

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20.05.12 10:00 Uhr: Gottesdienst mit Abendmahl (Traubensaft), Pastorin Wisbareit

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jede Woche aktuell: Musik im Gottesdienst und das nächste Konzert der Kirchenmusik

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Veranstaltungen

26.05.12 15:00 Uhr: Glaubensatelier zu Pfingsten

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Kirchenmusik

19.05.12 17:45 Uhr: Choralblasen vom Turm der Christuskirche

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Spendenprojekte

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Brasilientreffen 2008


Mitglieder unserer Brasiliengruppe hören konzentriert zu

Brasilientreffen 2008

 

„Voller Tank und leere Bäuche?“, Chancen und Risiken von Agrotreibstoffen – zu diesem Thema hat das Brasilientreffen 2008 Ende Mai in den Räumen unserer Jugendsozialarbeit  stattgefunden.

 

Jedes Jahr treffen sich kirchen-nahe Brasilien-Engagierte aus Norddeutschland, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen. Häufig kommen zu diesen Treffen Theologie-Studenten oder –Studentinnen, die mit einem kirchlichen Stipendium einige Monate in Brasilien verbringen oder verbracht haben. Aber auch Mitglieder von Partnerschaftsgruppen, die über Reisepläne und Austauschprogramme berichten können. So ist immer für rege Kommunikation gesorgt.

 


Karl Albert Kako, Mitbegründer des nordelbischen Brasilientreffens wird verabschiedet

Manchmal werden auch gemeinsame Projekte geplant. In diesem Jahr hat uns der Vortrag von Silvio Meincke, Pastor der ev.-luth. Kirche in Brasilien (IECLB), der sich seit Jahren in verschiedenen brasilianischen sozialen Bewegungen engagiert und seit einigen Jahren in Schwäbisch Hall lebt, so angeregt, dass sich die 30 Anwesenden entschlossen haben, Angela Merkel mit Kopien an Umweltminister Sigmar Gabriel und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul einen Brief  zu den Folgen der Agrotreibstoffproduktion zu schreiben. Denn Brasilien wird voraussichtlich in nächster Zeit einer der großen Produzenten von Agrotreibstoffen sein, die aus Zuckerrohr, Mais, Soja, Raps, Palmöl u.a. Pflanzen gewonnen werden.
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Diejenigen, die sich für dieses Thema interessieren und nähere Informationen suchen, finden sie im Anschluss an diesen Brieftext. Dort drucken wir eine Zusammenfassung des Vortrags von Silvio Meincke ab. –


Bärbel Fünfsinn (im roten Anorak), Lateinamerikareferentin im Nordelbischen Missionszentrum hat das Treffen organisiert

In dem Brief heißt es:

 „Mit Sorge sehen wir die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Agrotreibstoffanbaus, wenn dabei nicht auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit geachtet wird und die Armgemachten in die Produktionsweise eingezogen werden.

Wir möchten deshalb mit Nachdruck folgende Bitten an Sie richten:
1) Wir begrüßen, dass Sie in der Vereinbarung in Brasilien betont haben, dass bei der Produktion von Grotreibstoffen ökologische und soziale Kriterien beachtet werden sollen. Wir  bitten Sie, dieses als das wesentliche Kriterium mit großer Konseuenz weiterzuverfolgen.

2) Wir bitten Sie, das für die eigene Politik sowie für die Ausrichtung der Europäischen Politik ebenso zu beachten.

3) Die brasilianische Regierung braucht die Unterstützung Deutschlands und der EU, um eine sozial gerechte und umweltfreundliche Agrotreibstoffpolitik durchzusetzen.“


Zigarettenpause im Garten der Jugendsozialarbeit

Pastor Silvio Meinke

Zusammenfassung des Vortrags von Pastor Silvio Meincke, gehalten am 24. Mai in unserer Kirchengemeinde:

 

-          Die Nachfrage nach Treibstoff steigt andauernd.

 

-          Die Reserven von fossilen Kraftstoffquellen sind begrenzt und ihr Verbrauch erreicht bald den Produktionshöhepunkt, wenn er ihn nicht schon erreicht hat. 

-          Die Preise der fossilen Kraftstoffe steigen drastisch.

 

-          Fossile Treibstoffe belasten die Umwelt und zerstören sie.

 

-          Innerhalb dieser Konjunktur steigt die Suche nach alternativen Treibstoffquellen.

 

-          Agrotreibstoffe erweisen sich als Alternative für einen Teil der Kraftstoffbedürfnisse

 

-          Wegen der großen Biodiversität und der großen Landflächen hat Brasilien die Möglichkeit, einen großen Teil der gefragten Agrotreibstoffe zu liefern.

 

-          Es ist zu unterscheiden zwischen Ethanol, Agrodiesel und Agrogas.

 

-          Einfache Antworten gibt es nicht, und Ja- und Nein-Antworten sollte man vermeiden.

 

-          Das brasilianische Agrodieselprogramm ist ein intelligentes Modell für eine sozial und ökologisch nachhaltige Wirtschaft.

 

-          Die brasilianische Ethanolproduktion aus Zuckerrohr stellt uns vor schwierige Fragen, weil der größte Teil in Monokultursystemen auf Großgrundplantagen betrieben wird.

 

-          Größere Gefährdung für den Regenwald und sozial genauso problematisch sind Soja- und Schnellholzplanagen sowie Rinderweiden.

 

-          Die gegenwärtige brasilianische Regierung kann der neoliberalen Wirtschaftslogik nur einen begrenzten Widerstand leisten.

 

-          Für diesen Widerstand braucht sie die Unterstützung der entwickelten Länder, ohne die sie dem Druck des Kapitals nicht widerstehen kann.

 

-          Lula da Silva steht zwischen zwei Fronten: einerseits will er die Natur schützen, aber andererseits will er den Boom der Agrotreibstoffe nutzen, um Wachstum zu schaffen.

 

-          Ganz wichtig ist der Druck der organisierten Zivilgesellschaft.

 

-          Eine radikale Ablehnung der Energiepflanzen ist keine gute Entscheidung, denn sie wird erstens keinen Erfolg haben und zweitens wird sie die Möglichkeit eines nachhaltigen Anbaus nicht berücksichtigen.

 

-          Selbst wenn Brasilien alle Agrotreibstoff-Produktionsmöglichkeiten in Kraft setzen würde, könnte das Land nur höchstens 10% der heutigen weltweiten Bedürfnisse des konventionellen Transportmodells versorgen.

 

-          Sinnvoll sind die Agrokraftstoffe nur dann, wenn sie ökologisch nachhaltig, sozial integrationsfördernd und wirtschaftlich rentabel sind, ohne Nahrungsmittelfelder zu ersetzen, und wenn die Bilanz zwischen Energieeinsatz und Energieproduktion Sinn macht.

 

-          Wünschenswert wäre die Auflegung einer staatlichen Zertifizierung mit dem Einverständnis und der Unterstützung der Einfuhrländer und des großen Handels, nicht nur für Ethanol, sondern auch für alle anderen Produkte, die aus den Entwicklungs- und Schwellenländern kommen; eine Zertifizierung, die sowohl die soziale als auch die ökologische Nachhaltigkeit und den fairen Handel nachweist.