
 * Täglich sterben 8 Menschen und 450 verunglücken im Autoverkehr. * Täglich verbringen 20% der Arbeiter mehr als 3 Stunden und 10% mehr als 4 Stunden im Verkehr. * 94% der Luftverschmutzung wird von Autos, Omnibusse und Lastwagen erzeugt. * Täglich beläuft sich der Autostau auf über 100km.
In Mauá entfallen pro Quadratkilometer 6.463,7 Einwohner. Innerhalb des Stadtgebietes ist die Einwohneranzahl jedoch viel größer, da allein schon die von der Industrie besetzte Flache ein Drittel des Stadtbezirkes einnimmt sowie 10% der ländlichen Umgebung und dem Naturgebiet Parque Serra do Mar zufallen. Im Bundesland São Paulo nimmt Mauá mit 412.753 Einwohnern den 11. Platz in der Rangstufe der Einwohneranzahl ein und ist unter den 50-grössten Städten ganz Brasiliens einzureihen.
Das ABC-Gebiet entwickelte sich besonders mit der Autoindustrie. Auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten und besseren Lebensbedingungen wanderten viele Menschen aus dem Nordosten Brasiliens zu. In Mauá gibt es zwei Industriegebiete und ein großes Petrochemisches Zentrum, wo sich eine Ölraffinerie befindet. Diese Unternehmen verwandelten Mauá in eines der größten Industrie-Parks Brasiliens.
Ein großer Teil der Bevölkerung Mauá’s ist der schlechten Schulbildung und Berufsausbildung wegen nur in der Lage einer Nebenarbeit oder einer informalen Tätigkeit („Schwarzarbeit“) nachzugehen.
Mauá wuchs in einer chaotischen Weise. Der Hauptgrund der ungeordneten Besetzung der Stadt ist der beschleunigten Industrialisierung in den 1950iger Jahren im ganzen ABCD-Gebiet (D = *_D_*iadema) zuzuschreiben. Zu dieser Zeit diente Mauá als “Schlafstadt” der Arbeiter anderer Städte der Metropolregion. Die Eisenbahnstrecke endete in Mauá. Die Klasse D (= arme Klasse) begann in Mauá zu wohnen und besetzte irregulär das Land.
In den letzten Jahren wurde das ABC-Gebiet durch die Globalisierung und Neustrukturierung der produktiven Systeme und durch die sozial-wirtschaftlichen Veränderungen und der Arbeitslosigkeit in Mitleidenschaft gezogen, was zur Zunahme sozialer Probleme führte. Anhand von durchgeführten Erhebungen konnte ermittelt werden, dass mehr als die Hälfte der Kinder, die sozusagen den ganzen Tag auf den Strassen sind, einer Arbeit nachgehen, um ein wenig das Familieneinkommen zu verbessern.
Das Wohnviertel Parque das Américas besteht seit 40 Jahren. Seine Bevölkerung erfasst zirka vierzigtausend Einwohner und seine Fläche umfasst 2,40 Quadratkilometer. Gemäß Angaben der Stiftung SEADE (Fundação Sistema Estadual de Análise de Dados) befindet sich der Wohnort in einer der Regionen mit höchstem Index sozialer Vulnerabilität (Verwundbarkeit, Verletzlichkeit). Nahezu 26% der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche im Alter von weniger als 15 Jahren mit unzureichender Schulbildung und geringer Möglichkeit, einmal in die Arbeitswelt einsteigen zu können.
In den vergangenen Jahren sind die Familien infolge der steigenden illegalen Geschäfte im Waffen- und Drogenhandel, die sich in den “Favelas” des Wohnviertels etablierten, immer mehr dem sozialen Risiko ausgesetzt und das Organisieren der Bevölkerung ist zum Stillstand geraten.
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